Von der Malerei zum Papierschnitt

Annette Schröter, geboren 1956 in Meissen, absolvierte ihr Kunststudium an der Leipziger Akademie, der Hochschule für Grafik und Buchkunst, von 1977-82. Sie erhielt ihren Diplomabschluss im Studiengang Malerei / Grafik bei Prof. Bernhard Heisig.
Aus politischen Gründen gelang es ihr, zusammen mit ihrem Mann, dem Fotografen Erasmus Schröter, 1985 die DDR zu verlassen.

12 Jahre lebte sie als Malerin in Hamburg. 1997 kehrten beide nach Leipzig zurück.
Ab ca. 2002 entdeckte sie den Papierschnitt als neues Medium für sich.
Zunächst einmal realisierte sie Malerei und Papierschnitt in getrennten Atelierräumen. Bis die Begeisterung für die alte Scherenschnitt-Technik die Oberhand gewann. Als begeisterte Flohmarkt-Besucherin hatte sie schon Jahre vorher begonnen kleine Scherenschnitte dort zu erwerben und zu sammeln.
Diese kleinen schwarz-weissen Pretiosen brachten sie auf die Idee das Medium mit aktuellen, ganz zeitgenössischen Themen zu füllen und weitaus grösser herzustellen.

Anders als in der Malerei spielten fortan nun die Silhouette, also das Gegenlicht und insbesondere die Linie, als grafisches Element -  aber auch der Durchbruch - eine grosse formale Rolle. Die Szenarien, welche Annette Schröter zeigt, sind in den seltensten Fällen ausgedacht. Sie beruhen auf Beobachtungen und ihr damit verbundenes Interesse an Alltags- aber auch Erinnerungskultur.

Ihre teilweise raumgreifenden geschnittenen Bilder waren u.a. zu sehen als Ausstellungsbeteiligte in der Hamburger Kunsthalle, dem Künstlerhaus Bethanien in Berlin und auch im Museum Bellerive in Zürich. Darüber hinaus in zahlreichen Einzelausstellungen in Galerien in Leipzig, Berlin, Houston, Zürich und London.

Die zeitgenössischen Künstlerinnen und Künstler welche sich diesem tradiertem Medium konsequent widmen, sind in Europa sehr wenige.

Seit 2006 ist Annette Schröter auch an der Leipziger Kunstakademie als Professorin für gegenständliche Malerei und Grafik tätig.