RÖMER + RÖMER — «PIRATES ON THE PLAYA» @ Kunstverein Marburg, Deutschland

16. Februar 2024 – 10. April 2024

RÖMER + RÖMER — «PIRATES ON THE PLAYA»

Die grösste Ausstellung unserer Galeriekünstler RÖMER + RÖMER eröffnet im Marbuger Kunstverein in Marburg, Deutschland am Freitag, 16. Februar, um 18 Uhr mit einer Rede von Björn Vedder.

Die seit 1998 zusammenlebenden und arbeitenden Künstler Nina und Torsten Römer (*1978 in Moskau und *1968 in Aachen) haben sich an der Düsseldorfer Kunstakademie kennengelernt und wurden dann dort gemeinsam Meisterschüler von A.R. Penck.

Die Reflexion über die Beschaffenheit von digitalen Bildern in der Fotografie und im Internet führte zu der malerischen Technik, die den Charakter der Werke von Römer + Römer bestimmt. Die Übertragung von selbst aufgenommenen Fotografien in grossformatige Tafelbilder geschieht in vielen Abstraktionsschritten. Das Paar zerlegt seine Motive auf der Leinwand in Farbflächen und tausende gemalte Punkte, die sich aus bestimmter Distanz im Auge des Betrachters zu einem scharfen Bild verbinden. Je näher man an das Werk herantritt, desto mehr verlieren sich Menschen und Gegenstände im abstrakten Spiel der Farben. Das als realistisch erscheinende Abbild entlarvt sich als Illusion. Im Gegensatz zum impressionistischen Pointillismus können die Farbpixel als Referenz auf die digitale Bilderflut im Zeitalter des Selfiezismus gedeutet werden.

Im Kunstverein Marburg zeigt das Künstlerpaar Werke aus verschiedenen ihrer Bildserien.

Begleitet von der Aufbruchsstimmung und Veränderung Berlins war seit 2004 für das Künstlerpaar der Blick auf das urbane Leben und das Lebensgefühl der jüngeren Generationen von besonderem Interesse. Seit 2008 konzentrierten sie sich auf Motive, die sie auf Reisen durch Asien, Südamerika, Nordafrika, den Nahen Osten, Russland und verschiedene europäische Länder auf subtile Weise einfingen und sammelten. Sie integrierten sich in die Eigenheiten der verschiedenen sozialen Kontexte, um Kerngedanken der globalisierten Welt zu formulieren und malerisch umzusetzen. Grössere Bildserien entstanden so über Cosplay in Peking (2009), über Japan mit dem Zyklus 50 Ansichten des Berges Fuji (2009) als Hommage an Hokusai und Hiroshige, über die Hafenstadt Busan in Südkorea (Die Flut, 2010), die Banlieus von Paris (2010), über Israel (2011) und den Gay Pride im englischen Brighton (2011). Aus der Recherchereise nach Brasilien entstand der Werkzyklus Sambódromo (2013) über den Karneval in Rio de Janeiro, der kostümierte Tänzer und Akteure vor ihrem Auftritt im Bereich des Stadions, dem Concentraçao, zeigt. Zwischen 2013 und 2016 setzten sich Römer + Römer mit dem Musik-Festival Fusion auseinander, das alljährlich auf einem ehemaligen sowjetischen Militärflughafen in Mecklenburg-Vorpommern stattfindet. Sie reflektieren in ihren Bildern die temporäre Gemeinschaft in einem kollektiven Ausnahmezustand, den die Veranstalter Kulturkosmos e.V. selbst als Ferienkommunismus bezeichnen. 2017 reiste das Künstlerpaar zur Bildrecherche über das legendäre Burning Man Festival in die Black Rock Wüste nach Nevada, USA. Feuer-, Licht- und LED-Inszenierungen, freakige Installationen, Art Cars, Burns und Partys inmitten der ephemeren Stadt Black Rock City sind in ihrer Malerei fokussiert. Ihre neuesten Bildserien thematisieren Castellers in Barcelona und Motive, die aus ihrer Artist Residency entspringen, die sie über den Jahreswechsel von 2022 auf 2023 auf der Insel Mauritius machten.

Römer + Römer waren an einer Vielzahl von Ausstellungen im In- und Ausland beteiligt. An Einzelausstellungen wären dabei hervorzuheben: Haus am Lützowplatz (2019), Kunsthalle Rostock (2010), Today Art Museum in Beijing (2009), Heidelberger Kunstverein (2009), Gwangju Art Museum in Korea (2010), Kunstverein Münsterland (2017), Kunstverein Hameln (2016), Zhan Zhou International Center of Contemporary Art in Beijing (2013), Richard-Haizmann-Museum in Niebüll (2014) sowie Freight+Volume Galerie in New York (2014).

Verschiedene Biennale-Teilnahmen führten Römer + Römer ausserdem nach Venedig (56. Biennale, Nationaler Pavillon von Mauritius, 2015), nach Istanbul, Vancouver, San Francisco und in diverse andere Städte (Emergency Biennale, 2005-2008), nach Bosnien-Herzegowina (Biennale of Contemporary Art, D-O ARK Underground im ehemaligen Tito-Bunker, 2011), nach Liverpool (Liverpool Biennale, 2002) und nach Turin (Big Torino, 2002).

Weiterhin wurden ihre Werke im Rahmen von zahlreichen institutionellen Gruppenausstellungen gezeigt unter anderem im Bröhan Museum in Berlin („Kuss – Von Rodin bis Bob Dylan“, 2017), im Wuhan Art Museum in China („Gemeinsam in Bewegung – Zeitgenössische Kunst aus Deutschland und China“, 2009), im Palais de Tokyo in Paris („Emergency Biennale in Chechenya – a suitcase from Paris to Grosny“, 2005), im Künstlerhaus Wien („Megacool 4.0 – Jugend und Kunst“, 2012), im Wilhelm-Hack-Museum in Ludwigshafen („Punkt-Systeme – Vom Pointillismus zum Pixel“, 2012), im Museum Wilhelm Morgner in Soest („Wilhelm-Morgner-Preis Ausstellung“, 2017), in der Kunsthalle Baden-Baden („HA KYPOPT! Russische Kunst heute“, 2004), im St. Petersburg’s Center of Visual Arts („International Festival of new technologies in contemporary art“, 2003), in der Cranach-Stiftung in Wittenberg („Menschenbilder – Der internationale Lucas-Cranach-Preis“, 2012), in der Kunsthalle Hense in Gescher („Eröffnung Kunsthalle Hense“, 2018), im International Forum of Art Initiatives in der Neuen Manege in Moskau (Paradise – International Forum of Art Initiatives, 2004), im Schafhof – Europäischen Künstlerhaus Oberbayern in Freising („Sturmhöhen“, 2018), im Hartware MedienKunstVerein in Dortmund („Inter-cool 3.0 – Jugend Bild Medien““, 2010), in der Central Exhibition Hall in Perm („Russisches Berlin“, im Rahmen des Festivals „Wihte Nights“, 2013) oder im Museum Angewandte Kunst in Frankfurt („Hamster, Hipster, Handy – Im Bann des Mobiltelefons“, 2015).

https://roemerandroemer.com/

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